BEI LICHT BETRACHTET: ERFOLG KOMMT NICHT VON UNGEFÄHR, SONDERN VON GANZ GENAU

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Hohe Hürden für Cannabis auf Kassenrezept

Krankenkassen dürfen bei Vorliegen schwerer Erkrankungen die Verordnung von Cannabis zur Krankenbehandlung nur genehmigen, wenn die behandelnde Arztperson hierfür eine besonders sorgfältige und umfassende Einschätzung abgegeben hat.

Sind die hohen Anforderungen an diese Einschätzung erfüllt, darf die Krankenkasse das Ergebnis der ärztlichen Abwägung nur darauf hin überprüfen, ob dieses völlig unplausibel ist. Das hat das Bundessozialgericht am 10. November 2022 in vier Urteilen entschieden.

Darin hat der Senat präzisiert, wann im Einzelnen eine schwerwiegende Erkrankung als Voraussetzung einer Cannabistherapie anzunehmen ist. Dabei hat er auf die konkreten Auswirkungen der mit Cannabis zu behandelnden Krankheiten und Symptome abgestellt.

Cannabis darf auch verordnet werden, wenn noch Standardtherapien zur Verfügung stehen. Hierfür müssen die behandelnden Ärztinnen und Ärzte aber den Krankheitszustand umfassend dokumentieren, Therapiealternativen analysieren und die Erfolgschancen und Risiken der Therapien sorgfältig abwägen. Die Krankenkassen dürfen eine solche ärztliche Einschätzung im Gegenzug nur daraufhin überprüfen, ob die Grundlagen der Entscheidung vollständig und nachvollziehbar sind und das Abwägungsergebnis nicht völlig unplausibel ist.

Ob eine Suchtmittelabhängigkeit der Verordnung von Cannabis entgegensteht, haben die Ärztinnen und Ärzte im Einzelfall ebenfalls sorgfältig abzuwägen.

Versicherte haben aber nur Anspruch auf Versorgung mit dem kostengünstigsten Mittel, wenn mehrere Mittel gleich geeignet sind. Den behandelnden Ärztinnen und Ärzten steht bei der Auswahl von Darreichungsform und Menge insoweit kein Einschätzungsspielraum zu.

(BSG / STB Web)

Artikel vom 21.11.2022

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